Gruppenfoto mit den Mitgliedern des Strategiedialogs Pflege Zukunft Wien

Strategiedialog Pflege Zukunft Wien

Der Sozialstadtrat und Präsident des Dachverbands, Peter Hacker, stellt klar: Wien investiert in Ausbildung, Jobqualität und Innovation. Im Strategiedialog Pflege Zukunft Wien wird über Maßnahmen in den Bereichen Ausbildung, Arbeitsmarkt, Innovation, Digitalisierung und Finanzierung beraten.

Gute Pflege für alle, die sie brauchen – das ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft. Die Stadt Wien stellt mit dem Prozess Pflege Zukunft Wien die richtigen Weichen, um ein qualitativ hochwertiges und leistbares Pflegeangebot zu sichern. Nach dem heutigen Strategiedialog zum Prozess betont Gesundheitsstadtrat Peter Hacker bei der Pressekonferenz: „Eines ist klar: Pflege ist keine Privatsache, sondern eine solidarische Aufgabe der Gesellschaft. Wir werden in Wien auch in Zukunft ein breites Angebot bieten – individuell abgestimmt und für alle leistbar. Die Stadt und ihre Partner unternehmen große Anstrengungen, um den Bedarf an Plätzen und Pfleger_innen zu sichern, in den kommenden 25 Jahren investieren wir mehr als 1,1 Milliarden Euro in die Ausbildung. Die Finanzierung der Pflege muss aber von allen angegangen werden – und da erwarte ich von der Bundesregierung deutlich mehr Engagement, als sie bisher an den Tag gelegt hat.“

Geleitet wird Pflege Zukunft Wien vom Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen, deren Geschäftsführerin Sandra Frauenberger fasst zusammen: „Mit allen Expert_innen am Tisch wurden heute beim Strategiedialog Pflege Zukunft Wien fünf Schwerpunkte definiert, die dazu führen werden, dass es zu keiner Pflegekrise kommt und der Bedarf in Wien auch in der Zukunft gedeckt ist.“

 

Zwtl.: Fünf Schwerpunkte zur Sicherung des Pflegebedarfs

Für den Bereich Aus-, Fort- und Weiterbildung betont Generaldirektorin des Wiener Gesundheitsverbunds Mag.a Evelyn Kölldorfer-Leitgeb: „Wir haben einen Ausbildungsverbund geschaffen, in dem die FH Campus Wien, der Fonds Soziales Wien und der Wiener Gesundheitsverbund gemeinsam die Plätze aufstocken und setzen damit ein wichtiges Signal für die Attraktivität des Berufs. In Summe werden auf der FH ab 2024 jährlich rund 2.200 Studierende in der akademischen Ausbildung zu diesem zukunftssicheren und vielfältigen Beruf stehen.“ Bereits für das laufende Semester wurden die Ausbildungsplätze an der FH Campus um 120 Plätze aufgestockt. Dieser Ausbau wird schrittweise fortgesetzt. Ebenfalls bereits zu Verfügung stehen 270 zusätzliche Plätze für Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz im Ausbildungszentrum AZW Soziales Wien.

Im Schwerpunkt Arbeitsmarkt und Personalmanagement hebt Fritz Meißl, Geschäftsführer Wiener Arbeitnehmer_innenförderungsfond (waff) das Programm „Job PLUS Ausbildung“ hervor: „Gemeinsam mit dem AMS Wien können wir arbeitslosen Wiener_innen ein optimales Angebot für einen Umstieg in den Pflegebereich machen. Eine fixe Einstellzusage bereits beim Programmeinstieg, eine fundierte theoretische und praktische Ausbildung und die soziale Absicherung mit dem Wiener Ausbildungsgeld von 400 Euro zusätzlich monatlich zum Arbeitslosengeld, wenn die Ausbildung mindestens 12 Monate dauert, bieten wirklich exzellente Voraussetzungen für einen beruflichen Neuanfang. Das ist Fachkräftesicherung in optimaler Form.“

Mag.a Petra Draxl, Geschäftsführerin Arbeitsmarktservice Wien, ergänzt:

„Uns war als AMS Wien wichtig, ein breites Angebot im Bereich der Pflege- und Gesundheitsberufe auf die Beine zu stellen, das wir auch intensiv bei unseren Kundinnen und Kunden bewerben. Das reicht von der Auswahl und dem Screening der richtigen Kandidatinnen und Kandidaten über die Vorbereitung auf die Prüfung bis hin zu einer breiten Palette an Ausbildungen, die wir auch gemeinsam mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds anbieten. So können wir das Angebot in Wien im Pflege- und Gesundheitsbereich auch in Zukunft absichern.“

Zur Jobqualität bringt Christian Hennefeind, Geschäftsführer des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP), ein: „In der Pflege zu arbeiten, verlangt viel von unseren Mitarbeiter_innen ab. Wir als Arbeitgeber_innen optimieren daher laufend die Rahmenbedingungen, wie moderne Ausrüstung oder die Arbeitsplatzqualität. Denn für die Pflege der Zukunft brauchen wir die besten Hände und Köpfe. Unser Ziel ist, dass sich Mitarbeiter_innen möglichst gut der Betreuung der Kund_innen widmen können und für diese wichtige Aufgabe die gebührende Wertschätzung erfahren.“

Die Schwerpunkte Digitalisierung und Innovation zeigen, welche Entwicklungen das Angebot verbessern können, erklärt Marianne Hengstberger, Geschäftsführerin Wiener Sozialdienste:

„Im Digitalisierungsprozess geht es uns als Organisationen vor allem darum, analoge Prozesse zu evaluieren, praxistauglich weiterzuentwickeln und digital abzubilden. Im Fokus stehen immer die Anwenderinnen und Anwender. Es müssen interagierende und flexible Systeme zum Einsatz kommen, welche den Arbeitsabläufen und dem Wissenstransfer dienen sowie im Hinblick auf Klientinnen und Klienten nutzerfreundlich und leicht bedienbar sind. Der Arbeitsalltag des Pflege- und Betreuungspersonals wird unterstützt, strukturierte Vernetzung und Onboarding gefördert.“

In der Finanzierung verlangt Gesundheitsstadtrat Peter Hacker Aktivitäten von Seiten der Bundesregierung: „Investitionen in die Pflege sind Investitionen in die Zukunft. Die Versorgung im Alter wird uns alle irgendwann betreffen – und dafür müssen wir für das richtige Personal, die besten Angebote und gute Arbeitsbedingungen sorgen.“